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Mitarbeiterführung: 12 wichtige Schritte, um Ihre Mitarbeiter zu führen und zu motivieren

Die richtige Mitarbeiterführung ist eines der größten und wichtigsten Themen der heutigen Unternehmenskultur.

Während vor nicht allzu langer Zeit Mitarbeiter noch mit harter Hand “regiert” anstatt geführt wurden, hat die letzten Jahre ein äußerst positives Umdenken stattgefunden. Weg von der Angst vor dem Chef, hin zu mehr Eigenverantwortung, Mitbestimmungsrecht, besserer Bezahlung und dem Gefühl, gerne in die Arbeit zu gehen.

Ein Unternehmen steht und fällt durch seine Mitarbeiter. Je stärker Ihre Angestellten während der Arbeitszeit motiviert sind, umso eher werden Sie als Führungskraft oder Unternehmer durch bessere Firmenergebnisse und schnelleres Wachstum belohnt. Genau aus diesem Grund werden wir Ihnen nun 12 essentielle Schritte zeigen, wie Sie Ihre Mitarbeiter führen und motivieren können.



1. Kennen Sie die Träume & Ziele Ihrer Mitarbeiter

Nichts motiviert Menschen mehr als kraftvolle und positive Emotionen. Um diese in Ihren Mitarbeitern zu wecken, sollten Sie sich nach ihren Zielen und Träumen im Leben erkundigen und ihnen aufzeigen, wie sie sich durch die Arbeit in Ihrem Unternehmen diese Ziele erfüllen können.

Sei es zum Beispiel der Wunsch nach einer Weltreise, die Möglichkeit “remote” im Ausland zu arbeiten oder das Ziel, sich die nächsten Jahre ein neues Auto leisten zu können. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern glaubhaft vermitteln, dass all das durch engagierte Arbeit möglich ist, wird die Motivation in ungeahnte Höhen schnellen.



2. Bieten Sie betriebliche Gesundheitsförderung an

Die Rechnung ist simpel: Je gesünder und leistungsfähiger Ihre Mitarbeiter, umso besser die Arbeitsqualität. Dennoch gilt vor allem Stress als größte Gesundheitsgefahr der heutigen Zeit. Hierzu ein paar wichtige Fakten:

  • Mehr als die Hälfte aller Deutschen fühlt sich erschöpft, ausgebrannt und dauergestresst am Arbeitsplatz.
  • 50-60 % aller Fehlzeiten sind auf stressbedingte Erkrankungen zurückzuführen.
  • Die deutsche Wirtschaft verlor dadurch im Jahr 2020 ca. 10 Milliarden Euro.

Dieser Herausforderung können Sie zuvorkommen, indem Sie zum einen Ihre Mitarbeiter nicht durch stärker werdende Arbeitsverdichtung überlasten, zum anderen aber auch Möglichkeiten zur betrieblichen Gesundheitsförderung anbieten. Ideen wären zum Beispiel:

  • Regelmäßige Seminare zu Themen wie Stressmanagement & gesunde Ernährung
  • Kostenlose Mitgliedschaft im Fitnessstudio
  • Gemeinsame Team-Aktivitäten, die die Bewegung fördern
  • Rabatte in Restaurants, die sich auf eine gesunde Ernährung spezialisiert haben

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3. Übergeben Sie Verantwortung

Verantwortung schafft Vertrauen und Vertrauen schafft bessere Ergebnisse. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern und Teams mehr Verantwortung übertragen, wollen diese Sie auf keinen Fall enttäuschen und werden dadurch automatisch bessere Ergebnisse erzielen und motivierter arbeiten. Für Sie als Inhaber oder Führungskraft bedeutet das im Umkehrschluss: Während Ihre Angestellten hervorragende Arbeit abliefern, können Sie sich auf andere Kernthemen fokussieren.



4. Erkennen Sie die Stärken Ihrer Mitarbeiter und lassen Sie sie genau in diesen Bereichen arbeiten

Ein weiterer wichtiger Punkt gelungener Mitarbeiterführung sind die Stärken einzelner Angestellter. Fakt ist: Für jede Position gibt es den richtigen Mitarbeiter. Oft werden Angestellte aber genau dort eingesetzt, wo man sie gerade am dringendsten braucht und nicht an der Stelle, an der sie am besten passen. Für kurze Arbeitsphasen (um zum Beispiel einen krankheitsbedingten Ausfall zu ersetzen) ist das ok, langfristig ist diese Vorgehensweise aber sehr fahrlässig.

Leider ist das oftmals normaler Alltag in vielen Firmen. Mitarbeiter, die nicht die Möglichkeit haben, ihre Stärken passgenau im Unternehmen einzusetzen, werden nie die gleichen Ergebnisse abliefern können, als ein Mitarbeiter der sein Talent im Betrieb voll ausspielen kann. Dies macht auf Dauer unzufrieden.



5. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter teil Ihrer Firmen-Vision werden

Wie konnten die letzten Jahre so viele junge Start-Ups aus dem Nichts auftauchen und dabei komplette Märkte überrollen bzw. umkrempeln? Als Grund wird hier meist der innovative Ansatz und die bahnbrechende Idee dahinter genannt. Ein tolles Konzept und eine grandiose Idee reichen aber noch lange nicht aus, um auch ein riesiges Unternehmen zu formen. 

Viel wichtiger ist nämlich folgender Punkt: Diese jungen Unternehmen konnten die eigene Firmen-Vision glaubhaft und extrem motivierend an ihre Mitarbeiter weitertragen und ihnen das Gefühl vermitteln, Teil etwas wirklich Großem und Bedeutendem zu sein. 

Zwei Tipps dazu:

  • Führen Sie Ihre Firma mit Leidenschaft und schaffen Sie es, Ihre Belegschaft immer wieder emotional mitzureißen. Zum Beispiel bei Firmenevents, bei Teambesprechungen oder auch bei Firmenpräsentation, wo die nächsten großen Ziele vorgestellt werden.
  • Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie selbst ganz genau wissen, dass Sie auf ihre Arbeit angewiesen sind. Fragen Sie sich dazu gerne mal selbst: Welcher Mensch ist motivierter? Einer, der das Gefühl hat, dass seine Arbeit wirklich Bedeutung hat oder jemand, der glaubt, dass er der Firma sowieso egal ist und einfach ersetzt werden kann?


6. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in Entscheidungen mit ein

Ein Punkt, der viel zu oft unterschätzt wird. Entscheidungen sind ja schließlich Chef-Sache. Oder etwa nicht? Falls Sie das genauso sehen, lassen Sie uns zwei überzeugende Gegenargumente nennen:

  • Argument Nr. 1: Wenn Ihre Mitarbeiter bei der zukünftigen Ausrichtung ihres Arbeitsplatzes mitbestimmten dürfen, schafft dies ein Gefühl von Zugehörigkeit. Das Gefühl, wirklich wichtig und bedeutend zu sein. Außerdem stärkt es gleichzeitig das Vertrauen des Mitarbeiters in seine Firma. Er fühlt sich anerkannt und möchte dies durch bessere Leistung zurückzahlen.
  • Argument Nr. 2: Haben Sie schon mal Entscheidungen getroffen, die negativ auf Ihre Mitarbeiter zurückfielen und sich als Griff ins Klo entpuppten? Vielleicht schwächten diese Entscheidungen sogar die Arbeitsmoral oder Arbeitsqualität? Falls ja, wäre es sinnvoll gewesen, im Voraus die Mitarbeiter um ihre Meinung zu bitten. Oft werden dadurch Herausforderungen an der Basis sichtbar, die man als Chef selbst nicht mehr erkennen kann.

Wichtig: Natürlich müssen Sie Ihre Mitarbeiter nicht bei jeder Entscheidung mit einbeziehen. Bei Beschlüssen, die direkt auf Ihre Angestellten zurückfallen, wird diese Vorgehensweise allerdings sehr hilfreich für Ihre Mitarbeiterführung sein.

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7. Gute Mitarbeiterführung heißt zu seinen Worten stehen

“Nächstes Jahr gibt’s die nächste Gehaltserhöhung. Versprochen.” 

Sehr viele Angestellte kennen diesen Satz nur zu gut und wissen ganz genau, dass mehr heiße Luft als Wahrheit dahinter steckt. Oft wird er von Führungskräften und Firmeninhabern als Notlüge missbraucht, um Gehaltsfragen schnell abzuwimmeln.

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern allerdings Versprechungen machen und anschließend nicht zu Ihrem Wort stehen, wird dies die Glaubwürdigkeit Ihrer Firma und das Vertrauen in Sie als Person grundlegend erschüttern. Wer möchte schon für ein Unternehmen bzw. einen Chef arbeiten, der zwar schnell Versprechungen gibt, diese aber nicht einhält? Seien Sie zu Ihren Mitarbeitern also immer aufrichtig, ehrlich und halten Sie Ihre Versprechungen ein, um die Arbeitsmoral auf einem konstant hohen Niveau zu halten.



8. Geben Sie sich menschlich und nahbar

An dieser Stelle möchten wir nochmals kurz auf die Einleitung zu sprechen kommen: Geschäftsführer und Führungskräfte, die ihre Angestellten mit Härte und Strenge führen, haben ausgedient und von moderner Mitarbeiterführung nichts verstanden. 

Ist es wirklich erstrebenswert, Mitarbeiter so zu führen, dass sie vor jedem Gespräch mit dem Chef Angst haben? Dass sie sich nicht trauen, an der Bürotür zu klopfen, weil sie sich davor fürchten, mit bösen Blicken bestraft zu werden? So kann und sollte Führung im Jahr 2021 nicht mehr aussehen. Das ist weder motivierend noch zielführend.

Zeigen Sie stattdessen, dass Sie genau so ein Mensch sind, wie sie. Ein Mensch, der….

  • ...die Probleme und Herausforderungen seiner Mitarbeiter versteht.
  • …auch mal Lachen kann und sich einen Scherz erlaubt.
  • ...der dazu steht, wenn er einen Fehler gemacht hat.
  • ...immer ein offenes Ohr für seine Angestellten hat.
  • ...nicht anklagend handelt, sondern mit konstruktiver Kritik umzugehen weiß.

Ihre Mitarbeiter fühlen sich dadurch mit Ihnen und mit Ihrer Firma viel stärker verbunden.



9. Fördern Sie den Teamspirit und nicht den Konkurrenzdruck durch motivierende Mitarbeiterführung

Innerhalb eines Teams geht es darum, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die einzelnen Teammitglieder auch miteinander harmonieren und sich gut verstehen. Teamführung im Betrieb ist eine Art Mannschaftssport und kein olympischer Einzel-Wettkampf, in dem nur der Allerbeste eine große Belohnung bekommt.

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen zum Beispiel Erfolgsprämien verteilen, dann verteilen Sie diese nicht an einzelne Personen, sondern immer an das gesamte Team. Alles andere fördert nur Neid und Missgunst untereinander. Die Folge davon sind nicht selten teaminterne Auseinandersetzungen. Sobald innerhalb der Firma unter vorgehaltener Hand übereinander getuschelt und gelästert wird, hat man den Wettkampf verloren, bevor er angefangen hat. Und zwar nicht gegen die Konkurrenz, sondern gegen sich selbst.

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10. Zeigen Sie Wertschätzung und geben Sie Lob

Ein deutsches Sprichwort besagt: Nicht geschimpft ist Lob genug. Im ersten Moment kann man darüber schmunzeln, im zweiten Moment erkennt man aber die Wahrheit dahinter, die in vielen deutschen Unternehmen zum Alltag gehört. 

Keine Frage: Ein nettes Gehalt ist nach wie vor eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Mitarbeiter bei Laune zu halten. Noch wichtiger ist allerdings regelmäßiges Lob und Wertschätzung. Wir Menschen lieben Anerkennung und sind sogar darauf angewiesen, da sie zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehört. Wir fühlen uns durch sie in unserer Arbeit bestätigt und bekommen das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben. Dadurch steigt die Chance drastisch, auch die zukünftige Arbeit mit Gewissenhaftigkeit und Engagement zuverlässig zu erledigen. Außerdem wird die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zusätzlich gesteigert.

Lob und Wertschätzung für die abgelieferte Arbeit sollte dabei immer möglichst konkret gegeben werden, damit Ihr Mitarbeiter auch ganz genau weiß, wofür und warum er es bekommen hat. Das steigert die Wirkung nochmals deutlich. 



11. Durch richtige Kritik Mitarbeiter führen und motivieren

Natürlich sollte man seine Mitarbeiter nicht nur in den siebten Himmel loben, sondern auch konstruktive Kritik äußern (wenn sie denn angebracht ist). Genau hierbei haben allerdings sehr viele Führungskräfte und Geschäftsführer große Schwierigkeiten. Meist wird sie dem Mitarbeiter aus heiterem Himmel um die Ohren geschmissen. Im schlimmsten Fall wird er dabei noch vor anderen Mitarbeitern bloßgestellt und diffamiert. Eine Vorgehensweise, die völlig kontraproduktiv ist und nicht nur die Motivation des jeweiligen Mitarbeiters, sondern sogar des ganzen Teams in den Keller sinken lässt.

Doch wie verpackt man Kritik nun angemessen? Am besten so, dass sie nicht als persönlicher Angriff aufgefasst wird. Hierfür eignet sich die sogenannte “Sandwich-Approach-Technik”:

  • 1. Starten Sie mit einer positiven Äußerung
  • 2. Bringen Sie nun die eigentliche Kritik bzw. eine zukunftsorientierte Instruktion
  • 3. Beenden Sie die Kritik mit einem kleinen Lob

Zum Beispiel: “Alex, ich finde dein Engagement in dieser Sache wirklich gut (1). Wenn du das nächste Mal versuchst, ein Parkett zu schleifen, dann hol mich bitte dazu und ich zeige dir nochmals genau, wie man solche Kratzer in Zukunft vermeiden kann(2). Ansonsten sieht das aber wirklich schon sehr gut aus (3).



12. Seien Sie geduldig

Nicht jeder Mitarbeiter ist von Anfang an ein Volltreffer. Das heißt aber noch lange nicht, dass er nicht das Potenzial dazu hat. Manchmal muss man sogenannte Rohdiamanten etwas Zeit zur Entwicklung geben. 

Mitarbeiter Nr. 1 versteht bestimmte Sachverhalte vielleicht schneller als Mitarbeiter Nr. 2. Dafür kann es aber gut sein, dass Mitarbeiter Nr. 2 zwar mehr Einarbeitungszeit braucht, im Nachhinein aber deutlich bessere Ergebnisse abliefert als Mitarbeiter Nr. 1. 

Schreiben Sie einen Angestellten also nicht sofort nach 1-2 Monaten in der Probezeit ab. Beobachten Sie viel mehr seinen Willen und nicht unbedingt seine jetzigen Kenntnisse. Jemand mit einem starken Lernwillen bietet langfristig viel mehr Potenzial als eine Person, die der Überzeugung ist, bereits alles zu können.